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Medienberichte

Zum Auftakt eine neue Ambulanz

09.05.19

Mit einer neuen Ambulanz geht es los: In der Nähe der Nordausfahrt, auf einer Fläche, auf der momentan vor allem Angestellte ihre Autos parken, soll sie ab Herbst in anderthalb Jahren Bauzeit entstehen.

Kinderambulanz, Onkologie, Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohren-Praxis und Reisemedizin werden den Plänen zufolge auf rund 2000 Quadratmeter Nutzfläche und auf vier Stockwerke verteilt. Ins Erdgeschoss ziehe vielleicht ein Bäcker samt Café, jedenfalls ein Angebot, das den Wartenden die Zeit kürzer erscheinen lasse, hofft Minde. 12,6 Millionen Euro investiert der Städtische Eigenbetrieb in das neue Gebäude. Die Stadt, Gesellschafterin des Klinikums, schießt davon im Doppelhaushalt 2019/20 rund drei Millionen Euro zu. „Ein noch stärkeres Bekenntnis zum St. Georg als bisher ohnehin bereits“, betont Finanzbürgermeister Torsten Bonew (CDU), der zugleich im St.-Georg-Aufsichtsrat den Vorsitz hat.

St.-Georg-Chefin Minde verfolgt mit dem Neubau zwei Hauptziele, wie sie erklärt. Erstens müsse „die Ambulanz bürgernäher werden“. Das ist vor allem räumlich gemeint: Der Weg zu den vier Flachbauten, in denen das Klinikum bislang seine jährlich etwa 125 000 ambulanten Patienten betreut, ist sowohl von der Straßenbahn-Haltestelle in der Delitzscher Straße als auch vom Parkhaus recht weit. Der neue Standort liegt wesentlich näher am Eingang zum Gelände.

Der zweite Grund hängt mit einem 110 bis 130 Millionen schweren „Masterplan“ für das Areal in Leipzig-Eutritzsch zusammen, auf dessen Grundlage sich das Klinikum, wie berichtet, in den nächsten fünf Jahren neu sortiert: Die bisherige Ambulanz soll einem neuen internistischen Zentralgebäude weichen. Sobald sich der kleinere Neubau an der Nordausfahrt – nach den Plänen im Frühling 2021 – mit Leben füllt, werden am westlichen Ende die vier miteinander verbundenen Zweigeschösser aus den 1970er-Jahren abgerissen.

Vier bis fünf Jahre habe die Erarbeitung des „Masterplans“ in Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt und dem Sächsischen Sozialministerium gedauert, erklärt Minde. Die Quadratur des Kreises bestand offenbar darin, die Bedürfnisse einer „modernen und effizienten Medizin“ zu erfüllen, ohne die Pavillonstruktur auf dem Campus und den architektonischen Reiz der teilweise denkmalgeschützten Gebäude zu zerstören. Sie wurden zwischen 1908 und 1913 errichtet. Ebenso wenig soll die idyllische Landschaft um die Klinikgebäude herum leiden. „Immer wieder sagen uns Patienten, wie wichtig die Natur für ihre Genesung ist“, so Minde.

Mit einem Einbahnstraßen-System will man mittelfristig den Verkehr neu regeln. Insgesamt drei Parkhäuser auf dem Gelände – eines steht bereits – sollen Autos stärker als momentan von den Krankenstationen fernhalten. Ein weiteres Puzzleteil des Mammutprojekts.

Mathias Wöbking

Quelle: Leipziger Volkszeitung

Schule am Opferweg - Minister bringt Geld

07.08.18

Es ist keine einfache Baustelle: "Hausschwamm, Schädlingsbefall, kaputte Balken - wir haben das ganze Programm auf kleinem Raum vorgefunden", sagt Frank Pfefferlein vom Büro Buruckerbarnikol Architekten, das die Sanierung der Schule am Opferweg betreut. So waren beispielsweise die Decken der mehrfach umgebauten Schule so stark überlastet, dass sie sich an manchen Stellen bis zu fünf Zentimeter gebogen haben. Das denkmalgeschützte Gebäude (Baujahr 1894) wird derzeit für gut 10 Millionen Euro als Grundschule mit vier Parallelklassen pro Jahrgangsstufe reaktiviert und erweitert.

Was viel länger dauert, als ursprünglich geplant. Mit dem Projekt „Schule am Opferweg“ war die Stadt Leipzig einer von fünf Siegern des bundesweiten Wettbewerbs „Schulen planen und bauen“ und konnte bereits im April 2013 einen Preis der Montag Stiftung erhalten. Lehrer und Eltern waren an der Diskussion beteiligt, für den historischen Schulstandort ein modernes pädagogisches Konzept zu erarbeiten. Es dauerte aber, bis Leipzig das Projekt in den Haushalt einordnen konnte. Zuletzt gab es eine mehrmonatige Zwangspause, weil die Archäologen des sächsischen Landesamtes das historisch interessante Areal nahe der Gnadenskirche untersuchten und von Münzen, Schmuck über bestattete Tiere bis hin zu zwei Burggräben allerhand zu Tage förderten. Gestern gab es noch die erhoffte Finanzspritze aus Dresden. Kulturminister Christian Piwarz (CDU) übergab einen Fördermittelbescheid. Der Freistaat Sachsen beteiligt sich mit 6,645 Millionen Euro aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“ an den Kosten. „Leipzig ist eine stark wachsende Stadt. Da sind wir alle gefordert, dafür zu sorgen, dass es mit dem Bau von Kitas und Schulen vorangeht“, sagte Piwarz. Und freute sich über den Baufortschritt am Opferweg.

Mit Schuljahresbeginn 2019/20 soll das Schulhaus in Wahren einen modernen Neustart hinlegen. „Das wird eine der schönsten Schulen Leipzigs. Wir brauchen sie dringend“, so Nicolas Tsapos, Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Bildung. Die Paul-Robeson-Grundschule, die sich derzeit das Gebäude mit der gleichnamigen Oberschule teilt, zieht dort ein. Die Räume in der Jungmannstraße werden trotz erfolgten Anbaus für die Oberschule benötigt, die aus allen Nähten platzt und die saniert werden muss. Das fordern Eltern seit Jahren (die LVZ berichtete).

Das Bestandsgebäude am Opferweg wird komplett modernisiert und um einen dreigeschossigen Anbau erweitert. Außerdem erhält die Schule eine neue Einfeldsporthalle. „Das ist auch für den Vereinssport wichtig. Wahren ist ein boomender Stadtteil mit vielen jungen Leuten“, so Stadtrat Andreas Geisler (SPD).

Mathias Orbeck

Quelle: Leipziger Volkszeitung

Flexibilität für Kopf und Raum

30.07.18

Fertigstellung spätestens in einem Jahr: Neubau für Berufliches Trainingszentrum Leipzig wächst

Der Bedarf wächst – und mit ihm ein Gebäude: Weil das Berufsförderungswerk Leipzig mehr Therapie-, Schulungs- und Trainingsräume für die Maßnahmen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen benötigt, nimmt seit April auf dem Sozialversicherungszentrum an der Georg-Schumann-Straße ein Neubau Formen und Etagen an.

Die Immobilie für das Berufliche Trainingszentrum (BTZ) soll dem weiter steigenden Bedarf gerecht werden: Die Anmeldungen nehmen seit der Gründung im September 2016 stetig zu. Testungen, psychologische Beratungen, Arbeitserprobungen oder berufliche Trainings werden hier durchgeführt – in Räumlichkeiten, die über den praktischen Charakter hinaus gehen, nämlich je nach den Anforderungen variabel aufgeteilt werden können. Die Verantwortung für Planungsaufwand und Koordinierung tragen Heiko Kauerauf vom Leipziger Planungsbüro Sisuplan und Jörg Harazin von der HBW Projekt GmbH.

„Der Neubau soll als nördliche Erweiterung des bestehenden Neubaukomplexes des BFW Leipzig vier Vollgeschosse erhalten“, kündigt Kauerauf an. Im ersten Obergeschoss entstehen Büros für die BTZ-Mitarbeiter, die übrigen Etagen sind für Ausbildungsräume vorgesehen. Die erwähnte räumliche Flexibilität ermöglichen modulare, individuell anpassbare Trennwände. Damit kann sich das BTZ schnell an sich verändernde Rahmenbedingungen anpassen – quasi eine architektonische Analogie zu den gewünschten Prozessen in den Köpfen der Teilnehmer.

Gegenwärtig steht die erste Etage im Rohbau, „im Vier-Wochen-Rhythmus werden wir immer ein neues Geschoss fertigstellen und parallel die Rohinstallation der Technikgewerke realisieren“, erklärt Harazin. Großen Wert legen Kauerauf und sein Sisuplan-Team auf Energieeffizienz und hohen Nutzwert.

Das Berufsförderungswerk Leipzig bildet seit über 25 Jahren bedarfsorientiert Menschen aus, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben ausscheiden mussten. Individuell zugeschnittene Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen schaffen neue Möglichkeiten für den Weg zurück in einen Job. Auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation ist das BFW neben der Hauptstelle in Leipzig auch in Branderbisdorf, Chemnitz, Döbeln, Plauen und Zwickau präsent.

Das berufliche Trainingszentrum ergänzt das Angebot speziell für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen – als wichtiger Beitrag, Menschen in den Arbeitsprozess zurückzuführen und zur Beseitigung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft. Außerdem werden verschiedene Kurse der beruflichen Weiterbildung angeboten.

Heiko Kauerauf geht davon aus, dass das Gebäude spätestens im Sommer 2019 genutzt werden kann. „Wir freuen uns auf die Realisierung dieses spannenden und fordernden Projekts.“

Mark Daniel

Quelle: Leipziger Volkszeitung